Bava Metzia 56

Kapitel 56

א אתיא לאחלופי בראשון הא קא אתי רגל שלישי
1 Ebenso kann man ja das zweite mit dem ersten verwechseln!? – Es folgt ja noch das dritte Fest.
ב ת"ר בראשונה כל מי שמצא אבידה היה מכריז עליה שלשה רגלים ואחר רגל אחרון שבעת ימים כדי שילך שלשה ויחזור שלשה ויכריז יום אחד משחרב בית המקדש שיבנה במהרה בימינו התקינו שיהו מכריזים בבתי כנסיות ובבתי מדרשות ומשרבו האנסים התקינו שיהו מודיעין לשכיניו ולמיודעיו ודיו
2 Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegte jeder, der eine verlorene Sache gefunden hatte, diese an drei Festen und sieben Tage nach dem letzten Feste auszurufen, damit [der Verlierende] drei Tage heimreise, drei Tage zurückkehre und einen Tag ausrufen höre. Nach der Zerstörung des Tempels, der baldigst in unseren Tagen erbaut werden möge, ordneten sie an, daß man es in den Bet- und Lehrhäusern ausrufe. Nachdem aber sich die Bedrücker vermehrt haben, ordneten sie an, daß es Nachbarn und Bekannten mitzuteilen sei, und dies genügt. –
ג מאי משרבו האנסין דאמרי אבידתא למלכא רבי אמי אשכח אודייא דדינרי חזייה ההוא ברנש דקא מירתת א"ל זיל שקול לנפשך דלאו פרסאי אנן דאמרי אבידתא למלכא
3 Wer sind die Bedrücker, die sich vermehrt haben? – Die da sagen, ein Fund gehöre der Regierung. Einst fand R. Ami ein Gefäß mit Denaren, und ein Römer bemerkte, daß er ängstlich war; da sprach er zu ihm: Geh, behalte es für dich; wir sind keine Perser, welche sagen, ein Fund gehöre der Regierung.
ד ת"ר אבן טוען היתה בירושלים כל מי שאבדה לו אבידה נפנה לשם וכל מי שמוצא אבידה נפנה לשם זה עומד ומכריז וזה עומד ונותן סימנין ונוטלה וזו היא ששנינו צאו וראו אם נמחת אבן הטוען:
4 Die Rabbanan lehrten: In Jerušalem befand sich ein Mahnstein; wer etwas verloren hatte, begab sich da hin, und wer etwas gefunden hatte, begab sich da hin; dieser stand und rief es aus, und jener gab die Kennzeichen an. Auf diesen bezieht sich das, was wirgelernt haben: Geht hin und sehet zu, ob der Mahnstein aufgeweicht ist.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> אמר את האבידה ולא אמר סימניה לא יתן לו והרמאי אע"פ שאמר סימניה לא יתן לו שנאמר (דברים כב, ב) עד דרוש אחיך אותו עד שתדרוש את אחיך אם רמאי הוא אם אינו רמאי:
5 <b>W</b><small>ENN EINER DIE VERLORENE</small> S<small>ACHE NENNT, ABER DIE</small> K<small>ENNZEICHEN NICHT ANGIBT, SO GEBE MAN SIE IHM NICHT</small>. E<small>INEM</small> B<small>ETRÜGER ABER GEBE MAN SIE NICHT, AUCH WENN ER DIE</small> K<small>ENNZEICHEN ANGIBT, DENN ES HEISST</small>:<i>bis dein Bruder danach forscht</i>, <small>FORSCHE DEINEN</small> B<small>RÜDER AUS, OB ER EIN</small> B<small>ETRÜGER IST ODER NICHT</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> אתמר רב יהודה אמר אבידתא מכריז ור"נ אמר גלימא מכריז
6 GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Jehuda sagte, er rufe ‘ein Fund’ aus; R. Naḥman sagte, er rufe ‘Gewand’ aus.
ז רב יהודה אמר אבידתא מכריז דאי אמרת גלימא מכריז חיישינן לרמאי
7 R. Jehuda sagt, er rufe ‘ein Fund’ aus, denn wenn man sagen wollte, er rufe ‘Gewand’ aus, so wäre Betrugzu berücksichtigen.
ח ר"נ אמר גלימא מכריז לרמאי לא חיישינן דא"כ אין לדבר סוף
8 R. Naḥman sagt, er rufe ‘Gewand’ aus, und man berücksichtige keinen Betrug, denn sonst hätte die Sache überhaupt kein Ende. –
ט תנן אמר את האבידה ולא אמר את סימניה ה"ז לא יתן לו אי אמרת בשלמא אבידתא מכריז הא קמ"ל אע"ג דאמר גלימא כי לא אמר סימנין לא מהדרינן ליה אלא אי אמרת גלימא מכריז אמר איהו גלימא ואמר איהו גלימא צריכא למימר כי לא אמר סימנין לא מהדרינן ליה
9 Wir haben gelernt: Wenn einer die verlorene Sache nennt, aber die Kennzeichen nicht angibt, so gebe man sie ihm nicht. Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, er rufe ‘ein Fund’ aus, demnach lehrt er uns, daß, obgleich er sagt, es sei ein Gewand, man es ihm, wenn er die Kennzeichen nicht angibt, nicht gebe; ist es aber, wenn du sagst, er rufe ‘Gewand’ aus, zu lehren nötig, daß, wenn dieser ‘ein Gewand’ sagt, und jener ‘ein Gewand’ sagt, man es ihm, wenn er die Kennzeichen nicht angibt, nicht gebe!?
י אמר רב ספרא לעולם גלימא מכריז אמר איהו גלימא ואמר איהו סימנין ומאי לא אמר את סימניה לא אמר סימנין מובהקין דידה:
10 R. Saphra erklärte: Tatsächlich rufe der eine ‘Gewand’ aus und der andere muß die Kennzeichen angeben, nur ist unter ‘die Kennzeichen nicht angibt’ zu verstehen, wenn er keine zuverlässigen Kennzeichen angibt.
יא והרמאי אע"פ שאמר את סימניה ה"ז לא יתן לו: ת"ר בראשונה כל מי שאבדה לו אבידה היה נותן סימנין ונוטלה משרבו הרמאין התקינו שיהו אומרים לו צא והבא עדים דלאו רמאי את וטול
11 E<small>INEM</small> B<small>ETRÜGER ABER GEBE MAN SIE NICHT, SELBST WENN ER DIE</small> K<small>ENNZEICHEN ANGIBT</small>. Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegte jeder, der etwas verloren hatte, die Kennzeichen anzugeben und es zu erhalten, nachdem aber die Betrüger sich mehrten, ordnete man an, daß man zu ihm spreche: Geh, bringe Zeugen, daß du kein Betrüger bist, sodann wirst du es erhalten.
יב כי הא דאבוה דרב פפא אירכס ליה חמרא ואשכחוה אתא לקמיה דרבה בר רב הונא אמר ליה זיל אייתי סהדי דלאו רמאי את וטול אזל אייתי סהדי אמר להו ידעיתון ביה דרמאי הוא אמרו ליה אין אמר להו אנא רמאה אנא אמרו ליה אנן לאו רמאי את קאמרינן אמר רבה בר רב הונא מסתברא לא מייתי איניש חובתא לנפשיה:
12 Einst verlor der Vater R. Papas einen Esel und jemand fand ihn. Als er darauf vor Rabba b. R. Hona kam, sprach er zu ihm: Geh, bringe Zeugen, daß du kein Betrüger bist, sodann erhältst du ihn. Da brachte er Zeugen. Jener sprach zu ihnen: Wißt ihr von ihm, daß er ein Betrüger ist? Diese erwiderten: Jawohl. Da rief er: Ich bin ein Betrüger!? Diese erwiderten: Wir sagten, daß du kein Betrüger bist. Darauf sprach Rabba b. R. Hona: Dies ist auch einleuchtend, denn niemand bringt [Zeugen] zu seiner Belastung.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> כל דבר שעושה ואוכל יעשה ויאכל ודבר שאין עושה ואוכל ימכר שנאמר (דברים כב, ב) והשבותו לו ראה היאך תשיבנו לו
13 A<small>LLES, WAS ARBEITET UND FRISST, LASSE MAN</small><small>ARBEITEN UND GEBE IHM ZU FRESSEN; WAS NICHT ARBEITET, ABER FRISST, VERKAUFE MAN, DENN ES HEISST</small>:<i>du sollst es ihm zurückgeben</i>, <small>SIEH ZU, WIE DU ES IHM ZURÜCKGEBEN</small><small>KANNST</small>.
יד מה יהא בדמים ר"ט אומר ישתמש בהן לפיכך אם אבדו חייב באחריותן ר"ע אומר לא ישתמש בהן לפיכך אם אבדו אין חייב באחריותן:
14 W<small>AS GESCHEHE MIT DEM</small> G<small>ELDE</small>? R. T<small>RYPHON SAGT, MAN BENUTZE ES, DAHER IST MAN, WENN ES ABHANDEN KOMMT, HAFTBAR</small>; R. A͑<small>QIBA SAGT, MAN BENUTZE ES NICHT, DAHER IST MAN, WENN ES ABHANDEN KOMMT, NICHT HAFTBAR</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> ולעולם אמר רב נחמן אמר שמואל עד י"ב חדש תניא נמי הכי כל דבר שעושה ואוכל כגון פרה וחמור מטפל בהן עד י"ב חדש מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן
15 GEMARA. Ewig? R. Naḥman erwiderte im Namen Šemuéls: Zwölf Monate. Ebenso wird auch gelehrt: Mit allem, was arbeitet und frißt, beispielsweise einer Kuh oder einem Esel, gebe man sich zwölf Monate ab; sodann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder.
טז עגלים וסייחין מטפל בהן שלשה חדשים מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן אווזין ותרנגולין מטפל בהם שלשים יום מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן
16 Mit Kälbern und Füllen gebe man sich drei Monate ab; sodann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder. Mit Gänsen und Hühnern gebe man sich dreißig Tage ab, sodann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder.
יז אמר רב נחמן בר יצחק תרנגולת כבהמה גסה תניא נמי הכי תרנגולת ובהמה גסה מטפל בהן שנים עשר חודש מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן עגלים וסייחין מטפל בהן ל' יום מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן אווזין ותרנגולין וכל דבר שטיפולו מרובה משכרו מטפל בהן שלשה ימים מכאן ואילך שם דמיהן ומניחן
17 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Eine Henne gleicht einem Großvieh. Ebenso wird auch gelehrt: Mit einer Henne und einem Großvieh gebe man sich zwölf Monate ab, sodann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder; mit Kälbern und Füllen gebe man sich dreißig Tage ab, sodann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder. Mit Gänsen und Hühnern und allem anderen, wobei die Mühe mehr wert ist als der Nutzen, gebe man sich drei Tage ab, alsdann schätze man ihren Geldwert und lege [das Geld] nieder. –
יח קשיא עגלים וסייחין אעגלים וסייחין אווזין ותרנגולין אאווזין ותרנגולין
18 Demnach besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich Kälber und Füllen, sowie hinsichtlich Gänse und Hühner!? –
יט עגלים וסייחין אעגלים וסייחין לא קשיא הא דרעיא והא דפטומא
19 Hinsichtlich Kälber und Füllen ist dies kein Widerspruch, denn die eine [Lehre] spricht von der Weidezeitund die andere spricht von der Mastzeit,
כ אווזין ותרנגולין אאווזין ותרנגולין נמי לא קשיא הא ברברבי הא בזוטרי:
20 und hinsichtlich Gänse und Hühner ist dies ebenfalls kein Widerspruch, denn die eine spricht von großenund die andere spricht von kleinen.
כא ושאינו עושה ואוכל: תנו רבנן והשבותו לו ראה היאך תשיבנו לו שלא יאכיל עגל לעגלים וסיח לסייחין אווזא לאווזין ותרנגול לתרנגולין:
21 W<small>AS NICHT ARBEITET, ABER FRISST</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Du sollst es ihm zurückgeben</i>, sieh zu, wie du es ihm zurückgeben kannst; man darf nicht aufzehren lassen ein Kalb von einem Kalbe, ein Füllen von einem Füllen, eine Gans von einer Gans oder einen Hahn von einem Hahne.
כב מה יהא בדמים רבי טרפון אומר ישתמש וכו': עד כאן לא פליגי
22 W<small>AS GESCHEHE MIT DEM</small> G<small>ELDE</small>? R. T<small>RYPHON SAGT, MAN BENUTZE ES &amp;C</small>.